Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Löwenzahn regt Verdauung und Appetit an, lindert Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl. Hier finden Sie mehr über Anwendung und Wirkung von Löwenzahn.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Ältere Menschen kennen Löwenzahn als Unkraut und Arme-Leute-Essen in Notzeiten. Jüngere Menschen kennen Löwenzahn aus dem Restaurant, z. B. als Löwenzahnsalat. Unabhängig von Nöten und Moden ist gewöhnlicher Löwenzahn eine seit Jahrhunderten bekannte Heilpflanze. Heute wird sie vor allem bei Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit eingesetzt.

Manche Heilpraktiker schreiben dem Löwenzahn umfassende Wirkungen zu. So soll Taraxacum officinale beispielsweise das Blut reinigen, Rheuma und Gicht lindern, Gallensteinen vorbeugen und als Verjüngungskur dienen. Äußerlich aufgetragen wird Löwenzahn naturheilkundlich bei Hautausschlägen oder Hautunreinheiten wie Akne angewendet. Überzeugend belegt im wissenschaftlichen Sinne sind diese Wirkungen nicht.

Heilpflanze Löwenzahn (Taraxacum officinale) in Kürze

  • regt die Verdauung an, lindert Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl, appetitanregend, leicht harntreibend
  • nicht geeignet bei Erkrankungen der Nieren und der Galle sowie bei Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae)
  • keine nennenswerten Nebenwirkungen, selten. Magenübersäuerung durch die Bitterstoffe
  • Anwendungsgebiete: Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen, Appetitlosigkeit, unterstützende Behandlung von Harnwegsinfekten

Wirkung von Löwenzahn

Löwenzahn wird in der Regel als ganze Pflanze verwendet. Die Wirkstoffe stecken in Blüten, Blättern, Stängel und Wurzel. Eine wesentliche Rolle spielen die vielfältigen Bitterstoffe. Dabei stehen die Sesquiterpene an erster Stelle. Sie sollen einen gewissen schützenden Effekt auf die Leber haben. Weitere Bitterstoffe sind Tetrahydroiridentin B und Ainsliosid. Bitterstoffe fördern die Ausschüttung (Sekretion) von Verdauungssäften. Das verbessert die Verdauung – und steigert den Appetit.

Für die harntreibende Wirkung von Löwenzahn machen Forscher den hohen Kaliumgehalt verantwortlich. Wegen dieses Effektes ist Löwenzahn in einigen Tee-Mischungen gegen Blasenleiden und Harnwegsinfekte enthalten.

In der Homöopathie wird Löwenzahn bei Verdauungsbeschwerden und Lebererkrankungen eingesetzt.

Anwendungsverbote: Kein Löwenzahn bei Gallenleiden

Bei einem Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenentzündung und Gallensteinleiden darf Löwenzahn nicht angewendet werden. Der Grund: Die Bitterstoffe regen den Gallenfluss an – und das ist bei den genannten Beschwerden nicht gewünscht. Zudem sollte Löwenzahn nicht bei Leberschäden, Geschwüren des Magens und Zwölffingerdarms, Darmverschluss oder Wassereinlagerungen im Gewebe infolge einer Nieren- oder Herzleistungsschwäche eingenommen werden.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

In der Regel kommt es zu bei der Verwendung von Löwenzahnzubereitungen zu keinen Nebenwirkungen. Mitunter können die Bitterstoffe des Löwenzahns aber zu einer Übersäuerung des Magens und dementsprechenden Beschwerden wie beispielsweise Sodbrennen führen. Längeranhaltender Kontakt mit der Wolfsmilch aus dem Stängel der Pflanze kann allergische Reaktionen provozieren. Für verarbeitete Löwenzahn-Präparate sind solche Nebenwirkungen nicht bekannt.

Löwenzahn aus dem eigenen Garten

Wenn Sie Löwenzahn selbst sammeln möchten, sollten Sie ihn vorzugsweise aus dem eigenen Garten holen. Wiesen, auf denen viel Löwenzahn wächst, sind in aller Regel überdüngt. Sie wissen dann nicht, was Sie sich mit der Heilpflanze sonst noch ins Haus – oder den Tee – holen. Ernten Sie die ganze Pflanze mitsamt dem Wurzelstock, indem Sie den Löwenzahn ausstechen. Die beste Erntezeit ist im April und Mai. Sie können die Pflanze einfach an der Luft trocknen lassen. Im Backofen bitte nicht über 40 Grad.

Löwenzahn und Gewöhnlicher Löwenzahn

Wenn wir von Löwenzahn sprechen, meinen wir für gewöhnlich die Heilpflanze Gewöhnlicher Löwenzahn. Diese ist leicht zu verwechseln mit einer anderen Gattung der Pflanze, die ebenfalls den Namen Löwenzahn trägt. Dieses Löwenzahn, das auch Milchkraut oder Schaftlöwenzahn genannt wird, ist keine Heilpflanze.

Ist Löwenzahn giftig?

Wenn Kinder Löwenzahn roh essen, sind Vergiftungserscheinungen möglich. Diese äußern sich durch Übelkeit oder Erbrechen.

Rezept für Löwenzahn-Tee

2 TL getrockneten geschnittenen Löwenzahn (Pflanze und Wurzel) mit einem Viertelliter kalten Wasser übergießen, erhitzen und etwa 1 Minute kochen. Nach 10 Minuten abseihen und bis zu 3 Tassen täglich trinken. Dieser Tee sollte möglichst immer frisch zubereitet und getrunken werden. Löwenzahn-Tee oder aus den Blättern gepresster Löwenzahnsaft kann auch äußerlich bei Hautirritationen oder Hautunreinheiten angewendet werden. Einfach auf die betroffenen Stellen auftupfen.

Bei Harnwegsinfekten oder Nierensteinen kann folgende Zubereitung bei der Ausspülung helfen: 2 EL auf einen halben Liter kaltes Wasser, aufkochen und 20 Minuten ziehen lassen. Den abgeseihten Tee mit 1,5 Litern warmen Wasser mischen. Dann die 2 Liter innerhalb von 15 bis 20 Minuten trinken.Bei einer Durchspülungstherapiesollte insgesamt reichlich getrunken werden.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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